
An diesem Wochenende geht mit dem Festival für Neue Musik INFEKTION! die Spielzeit 2011/2012 der Staatsoper im Schiller Theater zu Ende. Unter der Leitung von Jürgen Flimm und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim konnte in der 2. Saison nach dem Umzug in das neue Quartier in Charlottenburg ein deutliches Besucherplus erreicht werden. Die Gesamtauslastung stieg auf 87 % (2010/11: 84 Prozent). 186.000 Besucher und damit 20.000 mehr kamen in dieser Spielzeit zu den Vorstellungen in Berlin (2010/2011: 166.000). 56.000 Musikfreunde u.a. in London, Wien und Paris kamen zu den Gastspielen der Staatskapelle Berlin (2010/2011: 28.000). Insgesamt kamen 242.000 Zuschauer zu Vorstellungen der Staatsoper (2010/11: 194.000).
Zusätzlich erlebten 60.000 Besucher – so viele wie noch nie – unter dem Motto „Staatsoper für alle“ am 30. Juni und 1. Juli auf dem Bebelplatz die Übertragung von Mozarts „Don Giovanni“ sowie ein Tschaikowsky-Konzert der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim.
Es war eine intensive und abwechslungsreiche Spielzeit mit 15 Premieren und insgesamt 396 Veranstaltungen, darunter 141 Opernvorstellungen im großen Haus und im Kraftwerk Mitte, 130 in der Werkstatt, 73 Konzerte und 27 Gastspiele. Außerdem kamen zahlreiche Teilnehmer zu Symposien, Vorträgen, öffentlichen Meisterkursen, Projekten der Jungen Staatsoper und weiteren Veranstaltungen ins Schiller Theater.
Publikumsmagneten auf der großen Bühne waren insbesondere die ersten Ring-Teile „Das Rheingold“ und „Die Walküre“, Federico Tiezzis „Simon Boccanegra“ mit Plácido Domingo sowie Claus Guths „Don Giovanni“, alle unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim. Dazu kommen der fulminate Saisonstart mit Leoš Janáceks „Aus einem Totenhaus“ (Simon Rattle / Patrice Chéreau), Jacques Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ (Julien Salemkour / Philipp Stölzl), Georg Friedrich Händels „Il Trionfo del Tempo e del Disinganno“ (Marc Minkowski / Jürgen Flimm), Emilio De´ Cavalieris „Rappresentatione di Anima et di Corpo“ (René Jacobs / Achim Freyer) und Sasha Waltz’ „Dido & Aeneas“. Ein spektakulärer Erfolg waren die fünf ausverkauften Vorstellungen von Luigi Nonos „Al gran sole carico d´amore“ im Kraftwerk Mitte (Ingo Metzmacher / Katie Mitchell).
Zu den Höhepunkten der Konzertsaison gehörten die beiden Benefizkonzerte zugunsten der Sanierung der Staatsoper Unter den Linden, die mit den Solistinnen Anna Netrebko und Anne-Sophie Mutter sowie mit Daniel Barenboim und der Staatskapelle glänzend besetzt waren. Hinzu kamen gefeierte Mozart-, Bruckner- und Liszt-Aufführungen der Staatskapelle in Berlin wie auf zahlreichen Gastspielreisen. Ein Triumph waren die neun Wiener Konzerte von Daniel Barenboim und der Staatskapelle im Juni, die längste Orchesterresidenz in der Geschichte des Wiener Musikvereins. Darüber hinaus fand der fünfteilige Barenboim-Zyklus mit Klavierwerken von Schubert sowie Liedern von Liszt besondere Aufmerksamkeit.
Die Werkstatt bot wieder Raum für Neues Musiktheater. Gezeigt wurden in dieser Spielzeit Stücke von Lucia Ronchetti, Ermanno Wolf-Ferrari, César Cui, Manfred Stahnke, Paul Hindemith/ Bertolt Brecht, Erik Satie, John Cage und Reinhild Hoffmann. Ein bemerkenswerter Erfolg war Dmitri Schostakowitschs „Moskau Tscherjomuschki“ als Produktion der Jungen Staatsoper.